Geschichte: Weinberg zu Böddiger
Über die lokalen und regionalen Grenzen hinaus ist Böddiger bekannt als Ort mit dem nördlichsten Weinberg in Hessen. Die Hanglage, wo der Wein angebaut wird, trug schon immer den historischen Flurnamen Weinberg.

Nach dem Tod von Georg Angersbach im Jahre 1979 gelangten Gelände und Gebäude mit einem Gesamtareal von 16 Hektar auf Umwegen über das Land Hessen (Hessische Landgesellschaft) schließlich an das Diakonische Werk, das hier eine Therapieeinrichtung aufbaute, die sich heute Fachklinik Böddiger Berg benennt. Der großflächige Weinanbau wurde gänzlich eingestellt.

Die erste Ernte konnte 1994 eingefahren werden. Die Jahreserträge fallen seither recht unterschiedlich aus. Ertragsmenge und Weinqualität sind immer von der Witterung abhängig. Gepflegt werden die Weinstöcke im Auftrag des Fördervereins von Karl Angersbach, dem Sohn des Weinberggründers Georg Angersbach. Die Erntearbeit wird alljährlich mit freiwilligen Helfern, die dafür nicht bezahlt werden, bewältigt.
Der im Rheingau oder in der Pfalz gekelterte und dort später auch in Flaschen abgefüllte Wein hat viele Liebhaber und findet immer reißenden Absatz. Allerdings ist das Konzept des Fördervereins Böddiger Berg nicht auf Profit ausgerichtet, man fühlt sich vielmehr einer aufrecht zu erhaltenden Tradition verpflichtet.
Wenn dieser Idealismus beibehalten wird, dürfte der Weinanbau in Böddiger auf längere Sicht gesichert sein. Käme es anders, wäre das schade. Böddiger, Felsberg und die Region wäre um eine Attraktion ärmer.
Unter Ergänzung bestehender Vorlagen neu bearbeitet von Friedel und Kurt Regenbogen 15. Januar 2012