Geschichte des Dorfes: Schule und Lehrer in Böddiger

Eine Schule gibt es in Böddiger nicht mehr. Der Schulbetrieb in Böddiger wurde 1972 im Wege der Zentralisierung des Schulwesens eingestellt. Die Kinder aus Böddiger besuchen die Grundschule, früher in Gensungen, neuerdings in Neuenbrunslar, anschließend die Gesamtschule in Felsberg oder eine sonstige Schule eigener Wahl.

Als Pfarrdorf hatte Böddiger sicher schon vor und stets auch nach der Reformation immer eine eigene Schule gehabt. Anfang des 18. Jahrhunderts ist ein mutiger Lehrer aus Böddiger namens Martin Becker in die hessische Geschichte eingegangen. Er war Untertan des damaligen Landgrafen Karl von Hessen-Kassel, der als absolutistisch regierender Fürst zu maßloser Prachtentfaltung neigte und sich in seiner Residenzstadt Kassel mit dem Bau des Herkules und seiner Nebenanlagen für alle Zeiten ein Denkmal setzen wollte, ohne Rücksicht auf die immensen Kosten und die der Bevölkerung abverlangten Opfer. Der brave Schullehrer aus Böddiger konnte das alles nicht mehr mit ansehen, er protestierte 1717 gegen die Willkür des Landgrafen und hielt, wie es den Quellen heißt, „eine fanatische Bußpredigt gegen das verfluchte, vom Schweiße und Blut der Armen errichtete Gebäude auf dem Winterkasten“. Er wurde bestraft und aus dem Schuldienst entlassen. Über sein anschließendes Schicksal ist nichts bekannt. Die weiteren Lehrer im 18., 19. und 20. Jahrhundert werden in der Dorfchronik von 1975 in zeitlicher Reihenfolge mit Namen und Dienstzeiten aufgezählt. Letzter Lehrer in Böddiger war bis zur Aufhebung des Schulbetriebes hier im Jahre 1972 der Hauptlehrer Hans Eichel. Er verstarb am 16.09.1993. Seine Verdienste um das schulische und kulturelle Leben im Dorf werden noch lange in Erinnerung bleiben.

Unter Ergänzung bestehender Vorlagen neu bearbeitet von
Friedel und Kurt Regenbogen
15. Januar 2012

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